Shopify schaltet Script Tags ab: Was Händler bis zum 1. März 2027 prüfen sollten

von Wolfscastle, Team

Seit 1. Oktober 2026 können Apps keine Script Tags mehr anlegen, ab 1. März 2027 laufen sie im Shop nicht mehr. Welche Apps betroffen sind und was zu tun ist.

Am 1. März 2027 hört Shopify auf, Script Tags in Onlineshops einzubinden. Jede App, die ihren Code noch auf diesem Weg in Ihren Shop lädt, funktioniert ab dann nicht mehr. Der erste Schritt ist schon passiert: Seit dem 1. Oktober 2026 können Apps keine neuen Script Tags mehr anlegen.

Shopify beschreibt den Fahrplan in der Entwicklerdokumentation zur Abschaltung der Script Tags. Die Seite richtet sich an App-Entwickler. Betroffen sind aber Sie als Händler, denn am Ende fehlt eine Funktion in Ihrem Shop.

Script Tags sind ein alter Weg, Code in den Shop zu laden

Ein Script Tag ist ein Eintrag, über den eine App eine JavaScript-Datei auf den Seiten Ihres Shops einbindet. Manche Apps zeigen so Inhalte im Shop an, andere sammeln Analyse- oder Conversion-Daten.

Laut Shopify haben Theme App Extensions diesen Weg schon 2021 abgelöst. Trotzdem nutzen manche Apps bis heute Script Tags. Für sie läuft jetzt die Frist ab.

Seit 1. Oktober gibt es keine neuen Script Tags mehr

Seit dem 1. Oktober 2026 lehnt Shopify das Anlegen und Ändern von Script Tags ab, und zwar in jeder API-Version. Bestehende Script Tags laufen vorerst weiter. Das steht in der Anleitung für Storefront-Script-Tags.

Für Sie hat das eine praktische Folge. Installieren Sie heute eine App, die noch auf Script Tags setzt und keinen Ersatz anbietet, fehlt Ihnen die Funktion von Anfang an. Shopify hatte ursprünglich ein Warnbanner bei der Installation solcher Apps geplant. Laut Dokumentation zeigt Shopify dieses Banner vorerst aber nicht an. Sie bekommen also keinen Hinweis.

Am 1. März 2027 hören die Skripte auf zu laufen

Ab dem 1. März 2027 bindet Shopify Script Tags nicht mehr in die Shop-Seiten ein. Das Skript lädt nicht mehr, und jede Funktion, die davon abhängt, fällt für Ihren Shop aus. Alte Einträge muss danach niemand löschen, sie haben einfach keine Wirkung mehr.

Für die Bestellstatusseite galt ein früherer Zeitplan. Auf Plus-Shops laufen Script Tags dort seit dem 28. August 2025 nicht mehr, auf allen anderen Shops seit dem 26. August 2026. Details stehen in der Anleitung zur Bestellstatusseite. Hat eine App dort etwas angezeigt, ist das in Ihrem Shop bereits weg.

Der Ersatz heißt App Embed Block oder Web Pixel

Shopify nennt zwei Nachfolger. Lädt eine App JavaScript in den Shop, soll sie einen App Embed Block nutzen. Der gehört zu einer Theme App Extension und funktioniert laut Shopify sowohl mit älteren Themes als auch mit Online Store 2.0. Sammelt ein Skript nur Daten für Analyse oder Conversion-Tracking, ist ein Web Pixel der einfachere Ersatz.

Ein wichtiger Unterschied betrifft Sie direkt. Ein App Embed Block ist erst aktiv, wenn er im Theme-Editor eingeschaltet ist. Und er gilt nur für das Theme, auf dem er aktiviert wurde. Veröffentlichen Sie ein anderes Theme, müssen Sie den Block dort erneut einschalten.

Shopify warnt außerdem vor einer Übergangsfalle. Laufen Script Tag und Ersatz gleichzeitig, lädt das Skript doppelt. Dann zählt Ihr Tracking Ereignisse doppelt, oder ein Widget erscheint zweimal.

Selbst angelegte Custom Apps haben keinen Ersatz

Eine Gruppe von Apps trifft es härter. Custom Apps, die direkt im Shopify-Admin angelegt wurden, können keine App-Erweiterungen nutzen. Damit fallen Theme App Extensions und Web Pixels für sie weg. Das betrifft auch Fälle, in denen ein externer Dienst Sie gebeten hat, eine App anzulegen und einen Zugangsschlüssel in sein Dashboard einzutragen.

Shopify nennt für diese Fälle drei Wege, je nachdem, wer die App betreut:

  • Betreuen Sie die App selbst, wandert das Skript ins Theme, etwa über einen Custom-Liquid-Block oder den Code-Editor.
  • Betreut eine Agentur oder ein Entwickler die App, muss diese das Skript ins Theme verschieben oder einen Ersatz bauen.
  • Steckt ein externer Dienst dahinter, muss dieser eine richtige App mit Theme App Extension oder Web Pixel veröffentlichen.

Shopify weist darauf hin, dass Änderungen am Theme-Code das Theme von seinem automatischen Update-Pfad nehmen. Ein Skript im Theme bleibt außerdem dort, auch wenn die App längst entfernt ist. Diesen Weg sollten Sie deshalb nur gehen, wenn es keinen anderen gibt.

So gehen Sie Ihre Apps durch

Fünf Monate klingen nach viel Zeit. Wenn eine wichtige App betroffen ist und der Anbieter keinen Ersatz liefert, brauchen Sie die Zeit aber für die Suche nach einer Alternative.

  1. Listen Sie alle installierten Apps auf, die im Shop sichtbar etwas tun oder Daten sammeln.
  2. Fragen Sie bei jedem Anbieter nach, ob die App noch Script Tags nutzt und wann ein Ersatz kommt.
  3. Prüfen Sie im Theme-Editor Ihres veröffentlichten Themes, ob die App Embed Blocks Ihrer Apps aktiv sind.
  4. Kontrollieren Sie nach der Umstellung, ob Tracking-Zahlen plötzlich doppelt so hoch sind.
  5. Klären Sie bei selbst angelegten Custom Apps, wer das Skript ins Theme verschiebt.

App-Entwickler können ihre Script Tags über die Admin-API abfragen. Shopify beschreibt das in der Storefront-Anleitung im Abschnitt zum Audit. Wer pro Kunde eigene Custom Apps betreibt, muss das laut Shopify für jede App und jeden Shop einzeln prüfen.

Wobei wir helfen können

Wir gehen mit Ihnen die Apps in Ihrem Shopify-Shop durch, sprechen mit den Anbietern und verschieben Skripte selbst angelegter Apps sauber ins Theme. Mehr dazu finden Sie unter E-Commerce.

Wenn Sie Ihren Shop vor dem 1. März 2027 prüfen lassen möchten, schreiben Sie uns.

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